Lesen Sie hier einen Pressebericht der Kreiszeitung vom 1. August 2023:

 

Bürgermeister Hartmut Post (l.) und Zimmermeister Tobias Wenke (r.) zeigten sich hochzufrieden mit der von den Lehrlingen Friedrich Steinhäuser (2.v.r.) und Oskar Gabriel (2.v.l.) abgelieferten Arbeit. Die neue Holzbrücke als Zuwegung zum Dünser Dorfplatz kann sich sehen lassen.

Dünsen – Der Weg über einen Graben zum Dünser Dorfplatz und zum dortigen Göpelhaus führt über eine kurze Holzbrücke. Das bisherige Bauwerk, zuletzt marode, war vor Pfingsten abgesackt, weshalb Bürgermeister Hartmut Post den Samtgemeindebauhof damit beauftragte, es sperren zu lassen. Einem Lehrlingsprojekt der Friedrich Schmidt Bedachungs GmbH (Bremen) verdankt die Gemeinde Dünsen, dass sie eine ausgesprochen schmucke neue Brücke aus Eiche gebaut bekommen hat – und zwar zum reinen Materialpreis.

Für die Arbeitsleistung muss die Kommune keinen Cent bezahlen. Welcher Betrag unterm Strich zu überweisen ist, sei noch unklar, sagt Post. „Die Rechnung liegt mir noch nicht vor.“

Ein Telefonat mit Zimmermeister Tobias Wenke aus der Geschäftsführung des Bremer Unternehmens hatte den redensartlichen Stein ins Rollen gebracht. „Er ist Einwohner unserer Gemeinde, rief bei mir an und schlug mir die Erneuerung der Brücke im Rahmen eines Lehrlingsprojektes vor. Darüber war ich richtig  glücklich“, erzählt Post. Natürlich habe er das Angebot gern angenommen.

Mit Oskar Gabriel und Friedrich Steinhäuser opferten zwei Auszubildende aus dem zweiten Lehrjahr sogar Freizeit an Wochenenden für den Brückenbau. Offenkundig fanden sie es toll, zusammen mit Tobias Wenke etwas zu erschaffen, das die Öffentlichkeit nun als ihren sichtbaren Beitrag zum Gemeinwohl wahrnehmen kann. „Ich habe ihnen belegte Frühstücksbrötchen gebracht. Sie lächelten die ganze Zeit und erweckten überhaupt nicht den Eindruck, als passte es ihnen nicht in den Kram, an zwei Samstagen bis in den Nachmittag hinein arbeiten zu müssen. Die Freude darüber, hier etwas Nützliches machen zu dürfen, stand ihnen ins Gesicht geschrieben“, schildert der Bürgermeister.

Das für die Brücke verbaute Holz stamme übrigens aus der Samtgemeinde Harpstedt – von Heiner Rohlfs („Hölinger Holzfußboden“). „Es wird auf Anraten von Tobias Wenke nicht gestrichen“, erläutert Post. Wenn die Eiche im Zuge des Verwitterns einen gräulichen Farbton annehme, sei das „der beste Schutz“, habe er gesagt bekommen.

Nach der Montage der Fotovoltaikanlage auf dem Bürgerauto-Carport durch Azubis vom Avacon-Ausbildungsstützpunkt Nienburg sei die neue Brücke nun schon das zweite erfreuliche Lehrlingsprojekt gewesen, das der Gemeinde auch in finanzieller Hinsicht helfe.

„Generell machen wir mit Bürger-Engagement sehr gute Erfahrungen“, denkt Post genauso gern an das vom SC Dünsen realisierte Sportfunktionshaus, den mit aktiver Mitwirkung des Heimatvereins erschaffenen Glockenturm bei der Zufluchtskirche und die Schützenhalle des Schützenvereins zurück. Er könne Samtgemeindebürgermeister Yves Nagel nur raten, solches Engagement zuzulassen. Post, auch Vorsitzender der CDU-Samtgemeinderatsfraktion, hat in diesem Zusammenhang das Angebot von Architekt Karsten Carius im Visier, die Freibadsanierungskosten auf den Prüfstand zu stellen und etwaige Einsparpotenziale auszuloten. Diesbezüglich wünsche er sich eine weniger sture Haltung des Amtshof-Chefs.

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